Mobilität der Zukunft

Eine lebendige Stadt lebt, weil sie für alle gut und einfach zu erreichen ist. Mobilität trägt dazu bei, dass wir an unseren Zielen ankommen. Die Corona-Krise hat gezeigt, dass eine Stadt mit verminderter Mobilität, eine Stadt im Stillstand ist.

Die letzten Jahre waren davon geprägt, dass die Mobilitätsbedürfnisse von Anwohnern, Berufstätigen, Studenten, Schülern, Gästen und Touristen immer umfangreicher geworden sind. Dies führte zu Beeinträchtigungen. Die Sicherheit ist für Verkehrsteilnehmer nicht immer gegeben, insbesondere Fußgänger und Radfahrer leiden darunter. Die Belastungen für die Umwelt und das Stadtklima sind messbar, das hat Folgen für die Gesundheit. Ein weiterer Anstieg an Mobilität wird unweigerlich zu einer Zunahme an Belastungen führen, die nicht gewollt sind. Beides, die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer und die Gesundheit der Menschen in unserer Stadt sind ein hohes Gut, an denen sich alle Maßnahmen messen lassen müssen.

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Wir müssen Bewegungsräumeschaffen, damit alle Verkehrsteilnehmer sicher ans Ziel kommen.

Der Aachener Alleenring umschließt den Kern der Innenstadt. Er ist rund 5,3 Kilometer lang und hat einen Durchmesser von ca. 1,7 Kilometer. Über 40 % der Wege innerhalb des Alleenrings werden zu Fuß zurückgelegt. Innerhalb des Alleenrings gilt Tempo 30. Das ist für die Sicherheit im Verkehr und zur Schonung der Umwelt nötig. Die Erreichbarkeit der Innenstadt ist gut. Rund 6.000 Plätze in Parkhäusern sichern an 95 % der Tage im Jahr, dass die Innenstadt mit dem PKW angefahren werden kann. Der Grabenring als innere Ringstraße gewinnt mit einer Länge von rund 2,6 Kilometern und einem Durchmesser von ca. 800 Metern zunehmende Bedeutung für die Führung und Verteilung des Radverkehrs.

Innerhalb des Alleenrings gibt es auch Verbesserungsmöglichkeiten. ÖPNV in der Innenstadt ist heute meistens die Durchleitung von großen Buslinien. Ein flexibles, elektrisches Busangebot für die Innenstadt wartet auf seine Realisierung. Wichtig für die Entlastung der Innenstadt von unnötigen Verkehren ist auch der Aufbau von mehreren Mobilitäts-Hubs im Bereich des Alleenrings. Mobilitäts-Hubs sind Punkte an denen der Umstieg von Bus zu Bus, aber auch zu anderen Verkehrsträgern leicht möglich ist. Von einem Mobilitäts-Hub aus sind die Ziele in der Innenstadt auf kurzem Weg (letzte Meile) zu erreichen. Wichtig für die Mobilitäts-Hubs ist das Schienennetz des Regional- oder Fernverkehrs sowie die Verfügbarkeit von elektrischen Rad- und Car-Sharing-Angeboten oder auch ein flexibler, elektrischer Innenstadtbus. Die Konzentration und Vernetzung des ÖPNV und ergänzender Mobilitätsangeboten alleine auf den Bushof wird eine räumliche und verkehrliche Überforderung der Innenstadt zur Folge haben.

Wir müssen Bewegungsräume schaffen, damit alle Verkehrsteilnehmer sicher ans Ziel kommen.

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Ein weiterer Ansatz zur Entlastung der Innenstadt von unnötigen Verkehren ist die Verbesserung der Logistiksysteme. Der (teil-)automatisierte Logistikzug "ducktrain" kann die Wege von Lieferfahrzeugen in der Innenstadt mindern und insb. den Verkehrsfluss auf den Haupt- und Ringstraßen entlasten. Das Start-up aus der RWTH sollte in Aachen die Chance zur Umsetzung bekommen.

Wichtig für die Erreichbarkeit der Innenstadt ist eine gute Anbindung der Viertel, Quartiere und Außenbezirke an den Aachener Alleenring. Verkehre, die nicht die Innenstadt als Ziel haben, sollten über den Außenring geführt werden. Die Hauptlast des Verkehrs wird unverändert auf den Einfallstraßen liegen. Eine Entlastung von Verkehren bei steigendem Mobilitätsbedürfnis gelingt nur, wenn Verkehrsteilnehmer, die nicht mit dem Auto fahren wollen, eine Alternative zum Auto haben. Die Nutzerzahlen für ÖPNV und Fahrrad zeigen, dass das Potential im Verglich zu anderen Großstädten nicht ausgeschöpft ist. Radvorrangrouten und Busspuren in Mittellage verbessern die Nutzung von Bus und Fahrrad. Andere ergänzende Maßnahmen sind gegebenenfalls erforderlich.

Die täglichen Pendlerströme von und nach Aachen sind die stärksten Belastungsphasen auf der Straße. Eine Alternative zum Pendeln mit dem Auto bringt damit auch die stärkste Entlastung. Deshalb ist es unser Ziel, dass alle Berufstätigen Zugang zu einem Jobticket haben. Für viele Berufsgruppen kann das Jobticket eine Alternative zur täglichen Fahrt mit dem Auto im Berufsverkehr sein. Ein Wechsel von Berufspendlern zum ÖPNV und die Erhöhung der Angebotsqualität sollten Zug um Zug erfolgen. Das macht das "Jobticket für alle" attraktiv und finanzierbar.

Unser ÖPNV muss ein gutes Angebot für alle Menschen sein.

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Eine Ausweitung des ÖPNV für die Zielgruppe der Berufspendler wird langfristig nur erfolgreich sein, wenn auf den wichtigen Achsen ein Angebot auf der Schiene verfügbar ist. Die Euregiobahn ist seit vielen Jahren Erfolgsmodell und Beispiel. Die Regiotram kann es auf der Strecke von Baesweiler über Alsdorf, Eschweiler und Merzbrück nach Aachen werden. Perspektivisch ist eine Ergänzung zur Anbindung von Südraum und Voreifel erforderlich.

 Wir stehen für

  • Tempo 30 innerhalb des Alleenrings beibehalten
  • Mobilitäts-Hubs entlang des Alleenrings
  • Netz und Komfort im ÖPNV ausbauen
  • Stadt und Städteregion schienengebunden verbinden (RegioTram aber auch Südraum und Voreifel)
  • Zugang zum Jobticket für alle Berufstätigen
  • Ausweitung des Netliners in die Abend- und Nachtstunden
  • Auslastung und Ankunftszeiten in Echtzeit anzeigen
  • Altstadt, Hauptbahnhof und Bushof durch den Marktliner verbinden
  • Realisierung von Premiumfußwegen und Radvorrangrouten
  • Umsetzung des Radentscheids
  • Sharing-Angebote für Rad, Roller und Auto ausbauen
  • Aachen-App für alle Mobilitätsformen
  • Logistik für „letzte Meile“ neu denken, z.B. durch „ducktrain“